Kurzinformation zur Zahnprothese

Kosten ab:Totalprothese auf Glasplatte
mit Zuzahlung der Pflichtversicherung

  • Vollprothese ca. 400€ pro Kiefer
  • Immediatprothese ca. 180€ pro Kiefer

ohne Zuzahlung der Pflichtversicherung

  • Vollprothese ca. 800€ pro Kiefer
  • Immediatprothese ca. 360€ pro Kiefer

Haltbarkeit:

  • Vollprothese 5-15 Jahre
  • Immediatprothese 1-5 Jahre

Worauf sollten Sie bei Zahnprothesen achten?

Vorweg sagt Ihnen das Schnee-Schuh Prinzip etwas? In den meisten Ländern wird die Zahnprothese pro Zahn abgerechnet, deswegen werden Zähne häufig bis zum 7ten, oder sogar bis zum 8ten Zahn aufgestellt. Völlig ausreichend ist die Aufstellung der Zähne bis zum 6ten Zahn, denn das Kauzentrum liegt im Bereich von Zahn 4 bis 6. Die Prothesenbasis, also der Kunststoffsattel, sollte ruhig bis in die Region des Weisheitszahnes, also des 8ers reichen, somit schafft man ein günstiges Verhältnis Kau-/Prothesenfläche und minimiert so den Druck auf die Mundschleimhaut, eben Schneeschuh “artig”. Dieser Druck auf die Mundschleimhaut ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich Ihr Kieferknochen immer mehr nach Zahnverlust zurückbildet und die Prothese unterfüttert werden muss. Klärt Sie der Zahnarzt über diese Zusammenhänge auf, dann ist das ein Zeichen dafür, dass es dem Arzt um Ihre Gesundheit geht und nicht um sein Geldbörsel.

Kunststoff Zähne oder Keramik Zähne?

Die heutigen Kunststoffe sind sehr ausgereift, sodaß die Abnützung und Ästhetik heute bei Kunststoffzähnen kein Thema mehr ist. Früher konnte mit Keramikzähnen bessere ästhetische Ergebnisse erzielt werden, heute hat der Zahntechniker viele verschiedene Zahnsets zur Verfügung und kann so die passenden Kunststoffzähne wählen. Ein großer Nachteil von Keramikzähnen ist, dass sie leicht brechen, wenn Ihnen die Prothese z.B. bei der Reinigung runter fällt. Zudem ist die Verankerung der Keramikzähne in der Kunststoffbasis nicht so stabil wie bei den Kunststoffzähnen und so kann es leichter zu einer Lösung des Keramikzahnes z.B. beim kauen kommen. Aus all diesen Gründen fertigt man heute eigentlich nur noch Kunststoffzahnprothesen an.

Was ist eine Immediatprothese?

Man wird nicht mit einer Totalprothese geboren, sondern meistens geht der Weg über eine “kleine Füllung”, dann “große Füllung”, hin zur “Wurzelbehandlung”, dann “Wurzelspitzenresektion” und schließlich “Zahnextraktion” – eben die Zahnkarriere. So nebenbei, diese Zahnkarriere kann man durchbrechen, sollten Sie Ihren Enkeln, Kindern oder Bekannten dieses Leid ersparen wollen, dann beschäftigen Sie sich einmal kurz damit, wieso Sie Ihre “schlechten Zähne” zuerst im Seitzahnbereich hatten. Zurück zur Immediatprothese, auch Interims Prothese genannt, meistens steht vor der Totalprothese eine Teilprothese, die noch an ein paar Zähnen “hängt”. Irgendwann geben diese Ankerzähne aufgrund der Überlastung nach und es werden auch die restlichen Ankerzähne entfernt. Nach der Entfernung dieser Restzähne kommt es zu einem großen Knochenabbau. Manchmal ist es ratsam eine günstige “Zwischenprothese” zu machen, an der problemlos herum geschliffen werden kann, um z.B. Druckstellen zu beseitigen und erst wenn der Kieferumbau zum größten Teil abgeschlossen ist, fertigt man die eigentliche Totalprothese an. Die Immediatprothese unterscheidet sich nicht wesentlich von der “richtigen” Zahnprothese, sie ist nur nicht so fein ausgearbeitet und es werden günstigere Zahnsets verwendet.

Wie gewöhne ich mich an die Vollprothese

Manche Menschen gar nicht … denen kann man aber dank der heutigen Implantologie helfen. Bevor Sie aber darüber nachdenken, hier ein paar Hinweise und Tricks, wie Ihnen die erste Zeit mit Ihrer Zahnprothese leichter fällt.

  • Es ist normal, dass sich die Prothese wie ein großer Kloß im Mund an fühlt, umso eher, umso mehr Zähne Sie noch vor der Vollprothese hatten. Ein schleichender Umstieg fällt immer leichter, als ein “radikal” Wechsel
  • Versuchen Sie in den ersten paar Tagen Ihre Zunge an das neue Objekt im Mund zu gewöhnen, dass geht besonders gut durch lautes lesen
  • In den ersten Tagen sollte Sie hauptsächlich breiig flüssige Kost zu sich nehmen, das erleichtert die Gewöhnungphase. Machen Sie aber nicht den Fehler sich nur noch hoch kalorisch im Sinne von Süßigkeiten zu ernähren. Viele alten Menschen werden irrtümlicherweise als “Naschkatzen” abgetan und Wirklichkeit liegt es an den meist schlecht sitzenden Prothesen, dass alte Menschen immer häufiger zur Schokolade greifen
  • Nach jedem Essen sollten Sie den Mund gut z.B. mit Salbeitee ausspülen, die Prothese mit Wasser abspülen und wieder einsetzen, das trägt zur Wundheilung bei
  • Sie müssen neu Kauen lernen, nun wird die Nahrung mehr “zerrissen” statt abgebissen und zudem immer auf beiden Seiten zermahlen, denn sonst hebt sich die Prothese ab

Was mache ich bei Druckstellen

Ganz einfach – zum Arzt gehen. Sollten Sie im Urlaub eine Druckstelle entwickeln, dann können Sie im Bereich der Druckstelle die Prothese vorsichtig z.B. mit der Nagelfeile, einschleifen, keine Sorge, Sie können nicht wirklich was kaputt machen. Wieso sollten Sie aber generell zum Arzt bei Prothesendruckstellen? Der Zahnarzt prüft, ob es sich um eine “dynamische” oder um eine “statische” Druckstelle handelt. Eine dynamische Druckstelle bedeutet, dass die Prothese nicht mehr gut sitzt, in der Regel aufgrund des Kieferknochenabbaus. In diesem Fall muss die Prothese unterfüttert werden, wird eine dynamische Druckstelle bloß durch einschleifen entfernt, dann entwickelt sich woanders eine neue Druckstelle. Hat die Prothese zuvor gut gepaßt und nach Monate- / Jahre langem tragen entwickeln Sie eine Druckstelle, dann handelt es sich vermutlich um eine dynamische Druckstelle. Statische Druckstellen treten in der Regel bei neuen Prothesen und/oder nach Unterfütterungen auf. Aufgrund einer Unebenheit in der Prothese wird ein bestimmter Teil der Mundschleimhaut zu viel belastet und es kommt eben zu einer Druckstelle, durch einschleifen der Unebenheit verschwindet die Druckstelle in der Regel. Spülen mit z.B. Salbeitee beschleunigt die Abheilung von Druckstellen.

Eine Druckstelle im Mund heilt nicht ab

Sollte trotz einschleifen und/oder Prothesen Neuanfertigung eine vermeintliche Druckstelle einmal nicht abheilen, dann sollte die Prothese für mindestens 10 Tage nicht getragen werden, also eine generelle Prothesenkarenz ist angezeigt. Wenn dann die Wunde weiterhin besteht, dann sollte eine Biopsie in einem Schwerpunkt Krankenhaus mit einer Kieferchirurgie erfolgen, denn statt der Druckstelle könnte es sich auch um einen bösartigen Tumor handeln. Biopsie beim Zahnarzt sind nicht sinnvoll, weil jedes Spital ein spezielles Prozedere für solche Fälle hat und Sie dann 2 biopsiert werden. Liegen zusätzliche Risikofaktoren vor, wie z.B. Rauchen oder Alkoholabusus, dann erhärtet das den Verdacht einer bösartigen Läsion zusätzlich, aber keine Sorge, bösartige Tumore im Mundbereich sind bei frühzeitiger Behandlung gut therapierbar, wichtig ist eben die frühzeitige Erkennung.

Heilt die Wunde nach Prothesenkarenz ab, dann kann das ein Hinweis sein, dass die Prothese erneuert gehört.

Hängen meine Mundwinkelentzündung mit der Totalprothese zusammen

Wenn Sie unter Entzündungen an den Mundwinkel leiden und Prothesenträger sind, dann kann das mit dem Zahnersatz zusammen hängen. Wenn die Prothese falsch angefertigt wird und/oder lange Zeit nicht unterfüttert wird, dann kann das dazu führen, dass der Unterkiefer in der falschen Höhe auf den Oberkiefer trifft. Die Folge ist, dass Ihre Weichteile, also die Wangen und speziell die Mundwinkel verformt werden und dann kann zu insuffizientem Abschluss der Lippen, also der Mundwinkel führen. Die Folge ist dann, dass die Mundwinkel zu Beginn immer feucht sind und sich so leichter Bakterien und/oder Pilze niederlassen. Mit der Zeit kommt es zur Krustenbildung und Vernarbung und es entsteht ein Teufelskreis. Viele Patienten beginnen dann die Mundwinkel noch mit Feuchtigkeitscremen zu schmieren, was nur zu einer Verschlimmerung führt. Die richtige Therapie in solchen Fällen ist eine Bisshebung, entweder durch eine Neuanfertigung der Totalprothese oder durch eine Unterfütterung.

Kosten einer Zahnprothese

Die Kosten variieren stark von Land und Herstellung, so bekommt man in einigen Ländern Totalprothesen schon für 150 Euro. Am besten Sie holen sich immer mehrere schriftliche Angebote ein, der Durchschnittspreis von vom Zahntechniker hergestellten Totalprothesen beträgt ca. 800€ oder eben 800$ für beide Kiefer. Eine Unterkiefer- oder Oberkieferprothese kostet in der Regel eben die Hälfte.

Keramikzähne, durchsichtige Gaumen – sogenannte “Cleargaumen” und Metallverstärkungen wie Goldgitter Einlagen, sind nicht sinnvoll, der Preis der Prothese wird nur höher und am Ergebnis ändert sich wenig. Viel wichtiger ist wer die Prothese anfertigt, also ob der Zahnarzt und/oder der Zahntechniker routiniert sind. So kann auch bei schwierigen Kieferverhältnissen ein recht guter Sitz erreicht werden, wenn eben das Know How vorhanden ist, leider kostet das dann eben.

Harte oder weiche Unterfütterung

Eine weiche Unterfütterung besteht aus einem elastischen Gummi, Sie können die Prothesenbasis mit dem Nagel leicht eindrücken. Der Vorteil der weichen Prothesenbasis ist, dass es zu weniger Druckstellen kommt, vor allem in der Eingewöhnungsphase. So wie sich auf Ihren Händen Hornhaut bildet, wenn Sie z.B. schwere Handarbeiten vollrichten, bildet auch Ihre Mundschleimhaut “Hornhaut” und paßt sich an die Totalprothese an. Das benötigt aber Zeit und gerade zu Beginn der Prothesenkarriere kann es leicht zu Druckstellen auf der noch empfindlichen Mundschleimhaut kommen. Weiches Unterfütterungsmaterial hat den Vorteil diese “Gewöhnungsphase der Schleimhaut” zu erleichtern, es sollte aber nicht als Dauerlösung dienen, denn erstens ist nicht genau geklärt wie sich die Weichmacher des Werkstoffes auf lange Sicht gesehen auf die Mundschleimhaut auswirken und zudem bietet das weiche Unterfütterungsmaterial besseren Halt den Mundbakterien und so sind Mundschleimhautentzündungen bei Dauergebrauch vorprogrammiert – der Zahnarzt spricht dann von einer Prothesenstomatitis.

Eine Zahnprothesen Stomatitis kann aber bei harten Unterfütterungen auftreten, z.B. bei alten Prothesen und/oder bei falsch gereinigten Prothesen.

Wie pflege ich die Totalprothese richtig

Am besten Sie pflegen die Prothese mit Seife und der Zahnbürste. Wieso mit Seife und nicht mit Zahnpasta? Wir wollen, dass die Prothesenoberfläche so glatt wie möglich bleibt, denn eine glatte Prothese bietet Bakterien keine “Schlupfnischen”. Zahnpasten und auch viele Reinigungstabletten führen dazu, dass die Prothesenoberfläche aufgeraut wird und dadurch leichter von Bakterien und/oder Pilzen besiedelt werden kann – eine Prothesenstomatitis ist dann die Folge. Am besten Sie spülen nach jeder Mahlzeit den Mund und die Prothese mit Wasser aus/ab und am Abend erfolgt dann eine gründliche Reinigung der Prothese, eben mit Seife und Zahnbürste.

Aber auch Ihre Mundschleimhaut und Zunge sollten Sie abends z.B. mit einem feuchtem Tuch ordentlich massieren. Dadurch kommt es zur Abschuppung von Epithelzellen und die Hornschicht der Schleimhaut bleibt “dünn” und elastisch. Normalerweise übernimmt diese Funktion der Speisebrei und Ihre Zunge durch Reibung, da nun aber die Zunge nur noch an der glatten Prothese reibt müssen Sie eben nachhelfen. Wird dies nicht gemacht, dann entsteht auf der Zunge häufig ein grauer dicker Belag, dass sind nicht abgestoßene Epithelzellen, die wiederum als Nährboden für bakterielle Infektionen dienen können. Sie können die Zunge auch ruhig mit der Zahnbürste massieren, für das Zahnfleisch empfiehlt sich eher ein Tuch.

Wie kann ich den Halt der Prothese verbessern

Bei guten Voraussetzungen und einer optimal ausgeführten Zahnprothesen sollte der Halt  ausreichend sein. Wenn die Prothese mit der Zeit sich immer mehr vom Kiefer löst, dann ist das meist ein Anzeichen, dass sie unterfüttert gehört. Kurzfristig kann der Halt der Totalprothese mit Haftvermittlern erhöht werden. Diese Prothesenkleber sollten aber nicht als Dauerlösung eingesetzt werden, da es aufgrund von bakterielle Besiedelung zu Schleimhautreizungen kommen kann. Auch sollten nach einer Operation solche Haftvermittler nicht eingesetzt werden, da sie die Wundheilung stören können. Sollte die Prothese aufgrund starker Knochenresorption keinen genügenden Halt bieten, dann kann häufig mittels 2 Zahnimplantate je Kiefer  der Halt deutlich verbessert werden.